Presseaussendung

MUSCATO - Schaumkrone am Meer der Muskateller-Perlweine?

Rust, im November 2012

Gehen wir eine Dekade retour. 2002 war ein heißer Jahrgang und enorme Traubenreife kündigte sich an. Günter + Regina Triebaumer wirkten dem entgegen und ernteten den Gelben Muskateller schon recht früh ab. Der Traubenmost wurde an eine Profifirma mit dem entsprechenden Equipment für Drucktankvergärung überantwortet.

Wollte man dezent untertreiben, so könnte gesagt werden: Der Prototyp wurde vom Zielpublikum geradezu frenetisch aufgenommen. Alle Zeichen standen nun auf Fortsetzung. Seither hat sich die reinsortige Muskateller-Fruchtdroge stets oben auf der Beliebtheitsskala gehalten. Dazu kam auch die kommerzielle Erfolgsstory.

Dies hat mehrere Gründe:

Nur der Gelbe Muskateller, der in Rust schon seit vielen Jahrhunderten gepflegt wird, besitzt im selben Maße Säurepotential und Aromaintensität, die dem angestrebten Restzuckergehalt Paroli bieten kann.

Und Muskateller war längste Zeit rar – auch das hat seinen Reiz.

Die Tankgär- oder Asti-Methode ist sehr aufwendig, weil:

unter kontrollierter Druckatmosphäre stattzufinden hat. Vom Imprägnieren – wie bei günstigen Muskat-Frizzante-Weinen üblich - also keine Spur. Die daraus resultierende eigene Gärungskohlensäure wirkt unvergleichlich cremig und feinperlig. Dies zu bemerken, macht die ExpertInnen aus.

Erfahrungsgemäß weist ein Muskatellersturm ungefähr auf halbem Gärungswege die intensivste und „holundrigste“ Fruchtigkeit aus. Mit dem Entschluss, einen Alkoholgehalt von anfänglich ungefährlichen 7,0 vol. % anzupeilen, kann dieser schmeckbare Vorteil vollends mitgenommen und in der Flasche erhalten werden.

Es halten sich aber auch zwei kleine Wermutstropfen sehr hartnäckig:

Zum einen die nicht begründbare gesetzliche Auflage, dass Produkte mit weniger als 9,0 vol. % Perlwein heißen und daher unter der Flaschendruckgrenze von 2,5 bar bleiben müssen. Und das nur, weil ein derartiges Produkt wie der Muscato zum Zeitpunkt seiner Entstehung im Weingesetz schlicht nicht vorkam oder nicht vorstellbar schien. In Italien erzeugte man damals schon 75 Millionen Flaschen nach derselben Methode – meist mit stolzen 3,5 bar versehen.

Zum anderen die Tatsache, dass der Sektverschluss mit Agraffe auf dem Hauptexportmarkt Deutschland unter die Sektsteuer fällt. Obwohl der „arme“ Muscato in Österreich doch bei Strafandrohung nicht Sekt sein darf! Alles klar!?

Für den Augenblick lässt sich das alles aber mit der brandneuen 2012er Abfüllung ein wenig „überschäumen“. Die veränderte Muscato-Verpackung ist eine Vorschau auf unser Etiketten Redesign, das Anfang 2013 umgesetzt wird.

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